Der Konzertfilm ist online – ein Dokument deutsch-polnischer Jazzbegegnungen
Manche Konzertfilme halten einen gelungenen Abend fest. Andere erzählen eine Geschichte. Der neue Film von Andy Sikora über das Projekt „Tribute to Jan Ptaszyn Wróblewski“ im Rahmen des DAZZ-Festivals in Darmstadt dokumentiert nicht nur zwei Konzerte, sondern drei intensive Tage gemeinsamer musikalischer Arbeit zwischen jungen polnischen Musikern und erfahrenen Jazzmusikern aus Deutschland.

LIVE KONZERTE · Januar 2026
Manche Konzertfilme halten einen gelungenen Abend fest.
Andere erzählen eine Geschichte.
Der neue Film von Andy Sikora über das Projekt „Tribute to Jan Ptaszyn Wróblewski“ im Rahmen des DAZZ-Festivals in Darmstadt gehört für mich zur zweiten Kategorie. Er dokumentiert nicht nur zwei Konzerte, sondern drei intensive Tage gemeinsamer musikalischer Arbeit zwischen jungen polnischen Musikern und erfahrenen Jazzmusikern aus Deutschland. (jazzinstitut.de)
Eine Idee, die weit über ein Konzert hinausging
Als die Band REBIRTH Anfang Januar nach Darmstadt kam, stand von Anfang an mehr auf dem Programm als ein Festivalauftritt.
Die jungen Musiker hatten bereits beim Kalisz Ptaszyn Fest mit ihren eigenständigen Arrangements der Musik von Jan „Ptaszyn“ Wróblewski überzeugt. Ziel des Projekts war es nun, diese Musik erstmals einem deutschen Publikum vorzustellen und gleichzeitig einen musikalischen Austausch entstehen zu lassen.
Proben, Gespräche und gemeinsames Musizieren waren deshalb genauso wichtig wie die beiden Konzerte selbst.
Erfahrung trifft auf neue Perspektiven
Autor Sławek Heller beschreibt in seiner Reportage für das polnische Jazzmagazin JazzPRESS sehr treffend, warum er mich zu diesem Projekt eingeladen hat:
„Genau deshalb entschied ich mich, Ulli Jünemann einzuladen – einen erfahrenen Altsaxophonisten, Pädagogen und Musiker mit enormer Jazzkompetenz. Er sollte bei einigen Titeln mitspielen. Ich war überzeugt, dass die Verbindung der jugendlichen Energie von REBIRTH mit Ullis Erfahrung die ideale Kombination sein würde.“
Diese Worte treffen den Kern des Projekts.
Ich war nicht eingeladen, um als Solist im Mittelpunkt zu stehen. Meine Aufgabe bestand darin, die Proben musikalisch zu begleiten, Erfahrungen weiterzugeben, Fragen zu diskutieren und schließlich bei einigen Stücken Teil des Ensembles zu werden.
Genau dieser Dialog zwischen Generationen macht Jazz seit jeher aus.
Was der Film zeigt
Andy Sikora war während der gesamten Tage mit der Kamera dabei.
Sein Film zeigt nicht nur Ausschnitte der Konzerte, sondern auch viele Momente, die das Publikum normalerweise nicht erlebt: konzentrierte Proben, Gespräche zwischen den Musikern, gemeinsames Arbeiten an Arrangements und die Atmosphäre hinter den Kulissen.
Gerade diese Szenen machen sichtbar, wie Musik entsteht – nicht als fertiges Produkt, sondern als gemeinsamer Prozess.
Zwei ausverkaufte Konzertabende
Die Resonanz des Publikums bestätigte die Idee des Projekts.
Bereits zwei Wochen vor dem Konzert waren sämtliche Karten vergeben. Deshalb wurde zusätzlich die Generalprobe geöffnet. Auch der Gewölbekeller des Jazzinstituts war am Konzertabend vollständig ausverkauft. Das Programm mit Werken von Jan Ptaszyn Wróblewski und Krzysztof Komeda begeisterte sowohl das Darmstädter Publikum als auch die Gäste aus Polen. (dazz-festival.de)
Ein bleibendes Dokument
Konzerte vergehen.
Ein Film kann jedoch festhalten, was zwischen den Tönen geschieht.
Für mich dokumentiert dieser Film nicht nur ein erfolgreiches Festivalprojekt. Er zeigt, wie musikalischer Austausch funktioniert: Junge Musiker bringen neue Ideen mit, erfahrene Kollegen teilen ihre Erfahrungen – und gemeinsam entsteht etwas, das keine der beiden Seiten allein hätte schaffen können.
Genau dafür wurde United in Jazz gegründet.
Jetzt ansehen
Der Konzertfilm von Andy Sikora ist jetzt online.
Ich wünsche viel Freude beim Anschauen – und vielleicht vermittelt er ein wenig von jener besonderen Atmosphäre, die wir Anfang Januar gemeinsam in Darmstadt erleben durften.
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